Mit Kindern über den Tod sprechen

Die Trauer nach einem Verlust betrifft natürlich nicht nur die Erwachsenenwelt, sondern auch Kinder. Für sie ist die Situation sogar oft noch schwerer, da sie zwar spüren, dass etwas anders ist, sich die Umstände aber nicht näher erklären können. Kinder verstehen meist noch nicht, dass wir alle irgendwann sterben müssen und dass es keine Möglichkeit gibt, das zu verhindern oder gar rückgängig zu machen. Daher sind wir als Erwachsene gefordert, möglichst offen und ehrlich mit ihnen über die Situation zu sprechen und ihnen die Zusammenhänge zu erklären. Keinesfalls sollten Sie Fragen bloß ausweichen oder Ihren Kindern Märchen erzählen – denn so nehmen Sie ihnen jede Möglichkeit, auf heilsame Weise mit ihrer Trauer umzugehen.

Je nach Alter reagieren Kinder in Trauersituationen unterschiedlich. Kinder bis zu zwei Jahren nehmen meist bloß die Abwesenheit einer Person wahr, ohne die Gründe dafür zu verstehen. Oft macht sich das durch Appetitlosigkeit, weinen oder schreien bemerkbar, manchmal auch durch ungewöhnliche Bewegungen wie das ständige Schaukeln mit dem Kopf. Kinder zwischen zwei und sieben Jahren sind vor allem neugierig und interessieren sich auch für Details der Bestattung – warum zum Beispiel die Oma in einen Sarg kommt. Nehmen Sie solche Fragen bitte nicht als Tabubruch wahr, sondern vielmehr als Gelegenheit, um Ihren Kindern einen behutsamen Umgang mit dem Thema Tod beizubringen. Ab etwa sieben Jahren sind sie dann meist auch in der Lage, die Endgültigkeit des Todes zu begreifen und Krankheitsprozesse zu verstehen. Nehmen Sie sich die Zeit für ausführliche Gespräche – und reden Sie ruhig auch über Ihre eigenen Gefühle. Kinder spüren die Ängste ihrer Eltern. Da ist es besser, wenn sie auch die Zusammenhänge kennen und Gefühle nicht auf sich beziehen.

Hilfreich sind außerdem Kinderbücher, die sich mit dem Thema Trauer auseinandersetzen. Empfehlenswerte Werke sind:

  • Sigrun Eder: Papa in den Wolkenbergen
  • Heike Saalfrank: Abschied von der kleinen Raupe
  • Kitty Crowther: Der Besuch vom kleinen Tod
  • Anja Kieffer: Opas Reise zu den Sternen
  • Susan Varley: Leb wohl, lieber Dachs
  • Ulf Nilsson und Eva Eriksson: Die besten Beerdigungen der Welt

Und Sie können noch etwas tun: Ihre Kinder in die Trauerfeierlichkeiten miteinbeziehen, sofern sie dies möchten. So vermitteln Sie ihnen ein gesundes Verständnis von Trauerkultur und geben ihnen Gelegenheit, ihrer Trauer auf eigene Weise Ausdruck zu verleihen. Selbstverständlich dürfen Ihre Kinder auch bei unseren Beratungsgesprächen anwesend sein.